und، die

t eigenmächtig malen1,

du Dämmernde, aus der der Morgen stieg2.

Wir holen aus den alten Farbenschalen3

die gleichen Striche und die gleichen Strahlen,

mit denen dich der Heilige verschwieg.
Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände;

so daß schon tausend Mauern um dich stehn4.

Denn dich verhüllen unsre frommen Hände5,

sooft dich unsre Herzen offen sehn.

۱- ,,Dich eigenmächtig malen“ bedeutet hier dich nach unsere Meinung verstehen, glauben und interpretieren.
۲- ,,Du dämmernde, aus der der Morgen stieg“, beruhrt auf dem Gott als der Quelle aller Wesen und alles basiert auf dem Gott und seine Existenz bzw. “Gott” ist der Herkunft aller Wesens.
۳- “Alten Farbenschalen”weist auf das Wissen hin, die man vom Gott im Laufe der Zeit bekommt. Es zeigt eine adjektivische Metapher.
۴- Diese Phrase besteht aus der Meinung, dass jeder eine besondere Darstellung von Gott hat. Die Illustrationen von Gott bei Menschen sind so unterschiedlich. Jeder Mensch verhert Gott nach seinem Können und seiner Fähigkeit.
۵- “Frommen Hände” bedeutet die Gebete der gottgläubigen Menschen. Frommen Hände ist hier eine Adjektivmetapher und Frommen ist ein ungewöhnliches Attribut für die Hände und weist auf den gottgläubigen Menschen hin.

۵
Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,

in welchen meine Sinne sich vertiefen1;

in ihnen hab ich, wie in alten Briefen2,

mein täglich Leben schon gelebt gefunden

und wie Legende weit und überwunden3.
Aus ihnen kommt mir Wissen, daß ich Raum

zu einem zweiten zeitlos breiten Leben4 habe.

Und manchmal bin ich wie der Baum,

der, reif und rauschend5, über einem Grabe

den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe

(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)

verlor in Traurigkeiten und Gesängen.
۱- Diese Phrase beruhrt auf den Stunden, in denen der Mönch meditiert und in diesen Momenten, über sich, seine Entstehung und sein Schöpfer tief nachdenkt. Der Vergleich kommt als Genitivkonstruktion vor.
۲- „Die alten Briefen“ bedeutet hier die Vergangenheit, in der sich erinnert und vor seinem Augen steht. Es gilt als eine Poetische Metapher.
۳- Hier hat der Schriftsteller sein Wesen mit der Legende, die unwirklich ist und eine gutes Ende, vergleichen d.h. die Menschen leben, um vollendet zu sein.
۴- „Zeitlos breiten Leben“ beruhrt das Leben nach dem Tot hin, dem unendlich und dauerhaft scheint, ohne Zeit- und Ortbegrenzung.
۵- Hier zeigt der Dichter in einem Vergleich zwischen sich selbst und einem Baum, der unterstützt, dessen Charakter vollended ist, die eigene Reife, wie er in seinen Kindheitsträumen sein wollte. Den ganzen Paragraph kann man als “Text Metapher” bezeichnen.

۶
Du, Nachbar Gott1, wenn ich dich manches Mal

in langer Nacht mit hartem Klopfen störe2, –

so ists, weil ich dich selten atmen höre3

und weiß: Du bist allein im Saal.

Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,

um deinem Tasten einen Trank zu reichen:

ich horche immer. Gib ein kleines Zeichen.

Ich bin ganz nah.
Nur eine schmale Wand4 ist zwischen uns,

durch Zufall; denn es könnte sein:

ein Rufen deines oder meines Munds5 –

und sie bricht ein

ganz ohne Lärm und Laut.
Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut.
Und deine Bilder stehn vor dir wie Namen6.

Und wenn einmal das Licht in mir entbrennt,

mit welchem meine Tiefe dich erkennt,

vergeudet sichs als Glanz auf ihren Rahmen.
Und meine Sinne, welche schnell erlahmen7,

sind ohne Heimat und von dir getrennt.

Den ganzen Vers ist reich von den Symbolen, die als “Text Metapher” bezeichnet werden. Sie verdeutlichen, dass Rilke alles wie Dinge sieht, die er miteinander vergleicht.
۱- Gott wurde hier als “Nachbar” bezeichnet. Das heißt, dass Gott immer an der Seite der Menschen steht. “Nachbar” dient hier als “Substantivmetapher”.
۲- ,,Ich störe dich mit hartem Klopfen“ verweist auf diese Wahrheit, dass man dem Gott abhängig ist und in jeder Zeit braucht, um ihn zu fühlen und seine Existenz zu spüren. “Harten Klopfen” zeigt hier eine Adjektivische Metapher und den ganzen Satz weist auf eine Privatmetapher hin.

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۳- Das heißt: „Ich(der Mönch) fühle deine Zeichen bei mir nicht und ich denke, dass du entfernt von mir bist. Du (Gott) hast mich außer Acht gelassen“. Hier wurde “Gott” mit menschlichen Attributen versehen.(Personifikation)

۴- ,,Eine schmale Wand ist zwischen uns“ bedeutet, dass Mensch und Gott sehr nah zueinander sind und es nur eine kleine Entfernung dazwischen gibt, die durch Gebet zerstört wird. „Eine Schmale Wand“ ist eine Adjektivmetapher und den ganzen Satz Kann als “Phrasemetapher” betracht werden.
۵- „Ein Rufen deines oder meines Munds-“, stellt der Dichter als “sich selbst” und “Gott” wie zwei Personen voreinander dar, die einander rufen d.h. Rilke hat Gott als ein Mensch bezeichnet und solche Metapher nennt man “Personifikation”. Wenn der Mensch und Gott einander erinnern und rufen, dann wird die Entfernung zwischen ihnen vernichtet und der Mensch nähert sich dem Gott.
۶- „Deine Bilder stehn vor dir wie Namen“ wird als Satzmetapher bezeichnet und bedeutet, dass die unterschiedlichen Vorstellungen vom Gott im menschlichen Gedanken, wie seine Kennzeichen sind.
۷- Wenn ich von Gott entfernt bin, dann meine Sinne werden unfähig, wie ein heimatloser Mensch. Die Sinne des Mönchs wurde mit menschliche Attributen versehen(Personifizieren).

۷
Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.

Wenn das Zufällige und Ungefähre

verstummte1 und das nachbarliche Lachen2,

wenn das Geräusch, das meine Sinne machen3,

mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –:
Dann könnte ich in einem tausendfachen

Gedanken bis an deinen Rand4 dich denken

und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),

um dich an alles Leben zu verschenken5

wie einen Dank.

۱- Der dichter meinte: „Würden mich die weltliche Beschäftigungen und Begebenheiten los lassen, dann komme ich(der Mönch) zu dir(Gott) und gebe meine Aufmerksamkeit auf der Gottes reine Existenz.“
۲- „Nachbarliche Lachen“ ist eine Metapher von der Weltlichen Störungen und Beschäftigungen. Die kann man als Adjektivmetapher bezeichnen.
۳- Wenn sich meine weltliche Neigungen beruhigen, dann kann der Mensch, den Gott wieder erkennen. Das Geräusch ist hier eine Substantivmetapher von weltlichen Neigungen.
۴- Das lyrischen Ich(Mönch) möchtet “Gott” mit seinen mächtigen Gedanken fühlen. Sie wird einen Teil seines Wesens und wird sich vollenden. Gott wird als ein Ding bezeichnet, der Rand hat. Es entspricht mit Rilkes tiefen Einsicht zur Gegenstände und Dinge. Deshalb ist es eine Poetische Metapher.
۵- Der Mönch erwöhnt: „Ich möchte zum Dank und Würdigung des Gottes sterben und meine Leben ihm schenken.“

۸
Ich lebe grad, da das Jahrhundert geht.

Man fühlt den Wind1 von einem großen Blatt,

das Gott und du und ich beschrieben hat

und das sich hoch in fremden Händen dreht.
Man fühlt den Glanz von einer neuen Seite2,

auf der noch alles werden kann.
Die stillen Kräfte prüfen ihre Breite

und sehn einander dunkel an3.
۱- Jedes Wesen in der Welt ist ein Zeichen, das der Meister der Schöpfung (Gott) beschreibt. Z.B. zeigt die Bewegung eines Blattes der Ursache. Nichts auf der Welt geschieht zufällig, der Grund aller Geschehnisse ist Gott. Der “Wind” ist hier
die poetische Metapher.
۲- Wünsche gehen in Erfüllung, wenn man sie nicht erwartet und die Hoffnung erscheint, wenn man sie nicht vermutet. Das ist poetisch-rhetorische Auschmückung der Rede oder bildhafte Poetisierung.
۳- Hier besteht die Metapher aus einer wortgruppe mit einem Verb als Kern. “Ansehen” ist die Verbmetapher. Die stillen Kräfte wurden hier auch Personifizieren. Diese Metapher heißt “Personifikation”.

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۹
Ich lese es heraus aus deinem Wort,

aus der Geschichte der Gebärden1,

mit welchen deine Hände um das Werden

sich ründeten, begrenzend, warm und weise2.

Du sagtest leben laut und sterben leise

und wiederholtest immer wieder: Sein.

Doch vor dem ersten Tode kam der Mord.

Da ging ein Riß durch deine reifen Kreise3

und ging ein Schrein

und riß die Stimmen fort,

die eben erst sich sammelten,

um dich zu sagen,

um dich zu tragen,

alles Abgrunds Brücke –
Und was sie seither stammelten,

sind Stücke

deines alten Namens4.
۱. „Dein Wort“ weist auf der Heiligen Bücher und ,,Geschichte der Gebärden“ bedeutet alle schöpfers in der Welt, die Zeichen vom Gott sind. Die vergleichsbild ist eine Bildgruppe.
۲. Diese Phrase besteht aus Gottes Macht, der klug Kreaturen schöpft und schützt. Hier erscheinen Adjektivmetaphern.
۳. „In den reifen Kreise bekommt ein Riss“, d.h. mit dem Sterben erleidet eine Unordnung im Rhythmus des Lebens. „Reifen Kreise“ ist eine Privatmetapher.
۴. „Alten Namen“ des Gottes ist eine Metapher und der Dichter will damit die Ewigkeit des Gottes zeigen. Sie dient hier als Adjektivmetapher.

۱۰
Der blasse Abelknabe spricht:
Ich bin nicht. Der Bruder hat mir was getan,

was meine Augen nicht sahn.

Er hat mir das Licht verhängt1.

Er hat mein Gesicht verdrängt1

mit seinem Gesicht1.

Er ist jetzt allein.
Ich denke, er muß noch sein.

Denn ihm tut niemand,wie er mir getan.

Es gingen alle meine Bahn2,

kommen alle vor seinen Zorn,

gehen alle an ihm verlorn.
Ich glaube, mein großer Bruder wacht

wie ein Gericht.
An mich hat die Nacht gedacht3;

an ihn nicht.

Das Gedicht ist über der Geschichte der Abel und Kain. In der biblischen Darstellung erschlug Kain(der älterer Sohn von Adam und Eva) seinen jungeren Bruder wegen der Eifersucht. Also er war neidisch auf Abel und das Gedicht basiert auf diesem Gebiet.
۱- Abel erwähnt: „Mein Bruder hat meine Augen über der Welt geschloßen.“ Also hat er ihn getötet. „Wegen seines Wesens, könnte ich nicht weiterleben und das Licht wieder sehen“. „Licht“ ist ein Symbol und vertritt das Leben. In diesem Teil wurde “Verbmetapher” verwendet.
۲- Aber alle geben mir das Recht und er ist schuldig und allein. Alle sehen ihm als Sünder an und alle Menschen stehen gegen ihm.

۳- Hier hat die Schriftsteller “Die Nacht” mit einer Zeuge vergleichen und auch als ein Gericht genannt. Das bedeutet, dass alles in der Nacht passiert und die Nacht definiert die Wahrheit. Deshalb kann die Nacht die Wahrheit bezeugen. Nacht wurde hier als ein Mensch bezeichnet (Personifikation)*.

________________________
*: Personifikation ist eine Art Metapher, die nicht menschliche Dinge mit menschlichen Attributen versehen.
۱۱
Du Dunkelheit1, aus der ich stamme,

ich liebe dich mehr als die Flamme,

welche die Welt begrenzt2,

indem sie glänzt

für irgendeinen Kreis,

aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.
Aber die Dunkelheit hält alles an sich:

Gestalten und Flammen, Tiere und mich3,

wie sie’s errafft,
Menschen und Mächte –
Und es kann sein: eine große Kraft

rührt sich in meiner Nachbarschaft4.
Ich glaube an Nächte.

۱- Der Mensch stammte aus der Dunkelheit (Gott). In diesem Vers weist der Dichter auf der geheimnisvolle Quelle (Gott), von der der Mensch entstammt. „Du Dunkelheit“ ist ein persönliche Metapher vom Gott.
۲- Ich, als Mensch, bevorzuge die Mängel zu der weltlichen Erscheinungen, die

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